NORD! Fridtjof Nansen Erbe – Wissenschaft im hohen Norden

Der Friedensnobelpreisträger Fridtjof Nansen (1861-1930) ist vor allem für seine Expeditionen in den nördlichen Regionen und für seinen humanitären Einsatz in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen weltweit bekannt und hoch geachtet.

Weniger bekannt ist für den jungen norwegischen Staat nach 1905 seine Rolle als wichtige Integrationsfigur, Vermittler und Diplomat sowie seine Tätigkeit als innovativer Forscher und Autor vieler Bücher.

2011 sind 150 Jahre vergangen, seit Nansen geboren wurde und seine Arbeitsstätte, die Universität Oslo (UiO), feiert ihren 200. Geburtstag. Die Jubiläumsausstellung der Universität „NORD! Fridtjof Nansens Erbe“ richtet den Blick auf die Verknüpfung der heutigen Forschung und Nansens Rolle als Pionier im hohen Norden. Mittels visueller Darstellungen, Gegenständen und kurzer Texte wird die Verbindung von Gegenwart und Vergangenheit aufgezeigt.

Nach Bergen/Norwegen und zwei Stationen in Russland ist die Ausstellung vom 13. Mai bis 24. Juni 2011 im Felleshus der Nordischen Botschaften in Berlin zu sehen.

Die Umweltherausforderungen und die Erkenntnis, dass die Nordgebiete für das Klima und die Klimaentwicklung von großer Bedeutung sind, hat Nansens wissenschaftliche Tätigkeit aufs Neue aktuell werden lassen. Er sah Zusammenhänge, suchte nach der Ganzheit und warf Fragen auf, die auch im Licht der heutigen Forschung relevant sind. In der Ausstellung werden vier norwegische Wissenschaftler präsentiert, die in ihrem jeweiligen Fachgebiet führend sind und sich von Nansens Aufzeichnungen und Beobachtungen inspirieren ließen: Jan Gunnar Winther (Polarhydrologe), Olav Sigurd Kjesbu (Fischereibiologe), Cecilie Mauritzen (Ozeanographin) und John Grue (Mathematiker).

Die Ausstellung gliedert sich in fünf „Stationen“, wo die Forscher und ihre Gebiete einzeln vorgestellt werden. Jede Station besteht aus einem Dreifuß mit Fotos und integriertem Bildschirm. Hier werden kurze Filme gezeigt, die sich zwischen Dokumentarfilm und Installation bewegen. Zu jeder der vier „Forscherstationen“ gehört auch ein speziell angefertigter Tisch. Dieser ist als Info-Stand konzipiert und vermittelt aktuelle Informationen über die Person, das Forschungsgebiet und die jeweilige Forschungseinrichtung, in der sie tätig ist.

Die fünfte Station widmet sich Fridtjof Nansen und seiner Arbeit. Gezeigt werden u. a. Originalgraphiken und Originalausgaben einiger seiner Bücher, sowie Nansens Schreibfeder, die man als das Wichtigste seiner „Instrumente“ bezeichnen kann. Damit schrieb Nansen die Manuskripte der Werke, die im In- und Ausland eine große Leserschar fanden. Die Ausstellung zeigt außerdem eine Auswahl einzigartiger Gegenstände, die Nansen u.a. auf der Fram-Expedition dabei hatte. Mehrere davon werden in dieser Wanderausstellung bislang zum ersten Mal außerhalb Norwegens vorgestellt.

Es erscheinen eine Broschüre und ein Katalog.

Die Ausstellung wurde von Dr. nat. Olav Christensen, UiO, kuratiert.

Bei der Ausstellungseröffnung am Donnerstag, dem 12.5. werden der norwegische Botschafter S.E. Sven Erik Svendman, die norwegische Ministerin für Forschung und Höhere Ausbildung, Tora Aasland sowie der Rektor der Universitet i Oslo, Ole Petter Ottersen, die Begrüßungsworte sprechen.

NORD! Fridtjof Nansens Erbe
13. Mai – 24. Juni 2011
Nordische Botschaften | Felleshus | Rauchstr. 1 | 10787 Berlin

Öffnungszeiten:
Mo-Fr 10-19 Uhr
Sa-So 11-16 Uhr
Eintritt frei

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