Nach der Pleite: Island will kein Vorbild sein

Island hat sich überraschend schnell von seiner Staatspleite erholt. Nach einigen Jahren der Abstinenz kehrte der Inselstaat vergangene Woche wieder auf die Anleihemärkte zurück, der Finanzmarkt fasst neues Vertrauen. Offenbar hat das Prinzip „bankrupting yourself to recovery“ das Land wieder auf eine solide Basis gestellt.

Der isländische Finanzminister Steingrimur Sigfusson warnte aber die Krisenstaaten Griechenland, Portugal und Irland davor, sich ein Beispiel an seinem Land zu nehmen. „Zu versuchen, unserer Geschichte zu kopieren, ist unverantwortlich“, sagte er in einem Interview. Das Land könne sich auch nicht anmaßen, anderen Ländern Tipps zur Krisenbewältigung zu geben. Man habe in einer Notfallsituation gehandelt und keine andere Wahl gehabt.

Trotzdem ist das Handeln beispielhaft, wie es nur nordische Länder können. Denn in der Krise übernahm Reykjavík das Inlandsgeschäft von insolventen Banken, Gläubiger aus dem Ausland und ließ es zunächst auf Forderungen von rund 85 Milliarden Dollar sitzen. Dies führte zwar zeitweise zu Verärgerung und Auseinandersetzungen vor ausländischen Gerichten, doch dank der Abwertung der Krone sind isländische Produkte heute wieder gefragt.

Im Gegensatz zu Euro-Sorgenkindern wirtschaftete Island im Krisenjahr 2009 diszipliniert und verzichtete auf eine Lockerung seiner Ausgabenpolitik. Die Rosskur lohnte sich offenbar: In diesem Jahr wächst Islands Wirtschaft um 2, 2 Prozent, im kommenden Jahr voraussichtlich um 2,9 Prozent. Mittlerweile kauft das Land wieder Euro-Anleihen zurück.

Das größere Problem sind aber, wie überall auf der Welt, die Rating-Agenturen, wie in der Quelle nachzulesen ist.

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