Rösler besuchte Norwegen

Längere Zeit ist hier kein neuer Artikel erschienen. Der Grund: dieser brutale Anschlag in meinem Heimatland hat mir nicht nur die Sprache verschlagen, sondern mich gänzlich stumm gemacht vor Entsetzen, dass sowas in einem Land passieren konnte, welches den Frieden geradezu liebt. Die Menschen in diesem Land sind immer für andere da, egal ob sie jetzt was zu tun haben oder nicht – ein gutmütiges und freundliches Lächeln spielt immer auf ihren Lippen mit. Deshalb war ich fassungslos und deshalb kam auch kein neuer Artikel. – Aber ab heute soll es wieder stetig weiter gehen mit Meldungen aus dem Norden.

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Der deutsche Bundesminister für Wirtschaft und Technologie Dr. Philipp Rösler war vor kurzem zu Gesprächen in Norwegen. Damit war er das erste deutsche Regierungsmitglied, das nach dem Anschlag in Oslo und dem Massaker auf der Insel Utøya Norwegen besuchte. Die dreitägige Reise war schon länger geplant und diente einem stärkeren energiepolitischen Austausch zwischen den Ländern.

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Zusammen mit dem norwegischen Energieminister Ola Borten Moe (Zentrumspartei, siehe Bild oben) gedachte ein sichtlich betroffener Rösler der 77 Toten des Bombenanschlags in der norwegischen Hauptstadt und des Massakers auf Utøya. Im Namen der Bundesregierung legte er vor dem Dom ein Blumengebinde mit schwarz-rot-goldenem Band nieder. Ein Zeichen der Solidarität Deutschlands. Später konnte er auch die massiven Zerstörungen im Herzen von Oslo mit eigenen Augen betrachten. Unter anderem zeigte der norwegische Energieminister seinem Gast, wo einmal sein Büro war. Rösler betonte, er habe sehr großen Respekt dafür, wie die Norweger mit dem Signal für noch mehr Offenheit und Demokratie auf das unfassbare Verbrechen reagiert hätten.

Thematischer Schwerpunkt der Reise waren die künftigen Energiebeziehungen der beiden Länder. Beide Minister wollen die Einsetzung bilateraler deutsch-norwegischer Arbeitsgruppen auf ministerieller Fachebene vereinbaren. Besonders wichtig sind die Gaslieferbeziehungen zwischen norwegischen und deutschen Unternehmen. Im Zusammenhang mit dem Besuch betonte Bundesminister Rösler, dass norwegisches Gas einen erheblichen Beitrag zur Energiewende in Deutschland leisten könne, und dass die Bedeutung von Erdgas-Kraftwerken als flexible und vergleichsweise CO2-arme Stromlieferanten künftig weiter zunehmen werde. Darüber hinaus konstatierte er, dass die Energiebeziehungen zu Norwegen auch für den Ausbau erneuerbarer Energiequellen hilfreich sein könnten.

Rösler besuchte auch das Erdgasfeld „Sleipner“ in der norwegischen Nordsee. Hier wird seit 15 Jahren das im natürlichen Erdgas enthaltene CO2 abgetrennt und in geeigneten Gesteinsschichten gespeichert (sog. CCS-Technologie). Am 5. August besuchte er noch das Wasserkraftwerk Kvilldal, um sich anschließend zu verabschieden.

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