Zehntausende Norweger singen gegen Breivik

Lautstarker Protest gegen Attentäter

Ein Bericht von Tim Krohn, NDR und tagesschau.de

Mit Blumen gedachten die Menschen der Opfer. (Foto: dapd)

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Zehntausende Norweger sind auf die Straße gegangen, um gegen den geständigen Massenmörder Anders Behring Breivik zu protestieren. Die Menschen sangen das bekannte Volkslied „Kinder des Regenbogens“, eine norwegische Version von Pete Seegers Komposition „My Rainbow Race“, die vor allem in Kindergärten und Schulen beliebt ist.

Allein in der Hauptstadt Oslo kamen nach Angaben der Polizei trotz Regens rund 40.000 Menschen zusammen, angeführt von dem Autor der norwegischen Fassung des Liedes, Lillebjørn Nilsen. Viele der Menschen, die einem Aufruf im Internet gefolgt waren, hielten Rosen und norwegische Flaggen.

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Ostern in Norwegen

Ein langer Winter ist vorbei, der Frühling ist im Anmarsch und die ersten Huflattiche leuchten gelb vom Straßenrand. Es ist Ostern in Norwegen, und was tut der Durchschnittsnorweger? Er fährt dem Schnee hinterher, hoch in die Berge zu seiner einsamen Skihütte. Ostern hat in Norwegen einen besonderen Stellenwert als gemeinsame Erholungszeit. Die kollektive Völkerwanderung in die Skigebiete und die weite Natur der Gebirge sind ein wesentlicher Teil der norwegischen nationalen Identität.

In den Bergen verbringt der Norweger die Feiertage zusammen mit seiner Familie und vertreibt sich die Zeit mit Skilaufen in allen möglichen (und für manch eine Statur unmöglichen) Varianten, mit langen Ausflügen in die Natur, wo Orangen und Kvikk Lunsj-Schokolade als verdienter Pausensnack genossen und Kakao aus der Thermoskanne getrunken wird. Am Abend werden Kriminalromane gelesen und Fernsehkrimis gesehen, die sogenannten Osterkrimis. Die Krimi-Liebe der Norweger zur Osterzeit geht sogar so weit, dass Krimi-Geschichten auf die Milchpackungen gedruckt werden. Und damit auch der Konkurrenzinstinkt nicht völlig vernachlässigt wird, gibt es jedes Jahr die „Påskenøtter“ (Osternüsse) im Fernsehen, eine Quizsendung, bei der ein guter Norweger seine Allgemeinbildung unter Beweis stellen kann.

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Das Geheimnis der Wikinger

Ein Film in zwei Teilen von National Geographic.

Zwischen 500 und 1000 nach Christi plünderten und eroberten die Wikinger weite Landstriche Europas, sowohl im Osten, wie im Westen, als auch im Süden bis Nordafrika, und drangen sogar über Island und Grönland bis nach Nordamerika vor. Ihre Brutalität ist sprichwörtlich. Doch gründete die Macht des kriegerischen Seefahrervolkes wirklich nur auf Gewalt? Wie gelang es ihnen, die entlegendsten Regionen der Erde zu erreichen, zu erobern und vor allem: Warum verschwanden sie so plötzlich von der Bildfläche?

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Charles und Camilla jetzt in Dänemark

Auf ihrer einwöchigen Skandinavien-Reise sind der britische Thronfolger Charles (63) und seine Frau Camilla (64) in Dänemark eingetroffen. Zuvor waren die beiden in Norwegen und Schweden. Die Reise findet im Rahmen der Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Thronbesteigung der Queen statt.

Am Flughafen von Kopenhagen wurde das Paar von Kronprinz Frederik (43) und dessen Frau Mary (40) empfangen. Charles und Camilla wollen bis Dienstag in Dänemark bleiben.

Quelle (mit einer foto- und heterogenen Küsschenparade): Lübecker Nachrichten.

Zur offiziellen britischen Thronjubiläumsseite gehts → hier lang.

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Norwegen und sein Nationalfeiertag

In Bergen begeht man den norwegischen Nationalfeiertag mit Exerzieren und Marschieren. Doch der militärische Anstrich der „Buekorps“ täuscht. Der Nationalstolz gibt sich in Norwegen lieber als Kostümfest aus.

Von Sebastian Balzter, Bergen

17. Mai 2011 An diesem Dienstag wird Siren ihren Mann stehen. Sie wird sich frühmorgens das Barett aufsetzen, die dunkelblaue Uniformjacke und die Hose mit den roten Streifen anziehen, die hölzerne Armbrust über die Schulter legen und antreten zum Appell. Sieben Jahre alt ist sie, nach dem Maßstab ihrer Heimatstadt Bergen an Norwegens Westküste gerade richtig für das Debüt im Buekorps. Die 14 Vereine gehören zu der alten Hansestadt wie die Holzhäuser, die gepflasterten Gassen und der viele Regen.

Nur am 17. Mai hat die Sonne zu scheinen, denn dann feiern die Norweger ihren Nationalfeiertag und die Buekorps den Höhepunkt ihrer Saison. Seit dem Winter haben sie dafür in Wind und Wetter geübt. Nun sind ihnen beim großen Umzug durch die Stadt die besten Plätze sicher, und wenn es Siren Bjorøy und ihre Freundinnen nicht gäbe, wären sie ein noch kurioser anmutendes Zeugnis militärischer Tradition im Land von Friedensnobelpreis und Gleichberechtigung.

Aber bitte keine Mädchen

Jetzt wird’s spannend und deshalb sofort weiter lesen beim FAZ-Artikel „Holzgewehr und heiße Waffeln„.

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NORD! Fridtjof Nansen Erbe – Wissenschaft im hohen Norden

Der Friedensnobelpreisträger Fridtjof Nansen (1861-1930) ist vor allem für seine Expeditionen in den nördlichen Regionen und für seinen humanitären Einsatz in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen weltweit bekannt und hoch geachtet.

Weniger bekannt ist für den jungen norwegischen Staat nach 1905 seine Rolle als wichtige Integrationsfigur, Vermittler und Diplomat sowie seine Tätigkeit als innovativer Forscher und Autor vieler Bücher.

2011 sind 150 Jahre vergangen, seit Nansen geboren wurde und seine Arbeitsstätte, die Universität Oslo (UiO), feiert ihren 200. Geburtstag. Die Jubiläumsausstellung der Universität „NORD! Fridtjof Nansens Erbe“ richtet den Blick auf die Verknüpfung der heutigen Forschung und Nansens Rolle als Pionier im hohen Norden. Mittels visueller Darstellungen, Gegenständen und kurzer Texte wird die Verbindung von Gegenwart und Vergangenheit aufgezeigt.

Nach Bergen/Norwegen und zwei Stationen in Russland ist die Ausstellung vom 13. Mai bis 24. Juni 2011 im Felleshus der Nordischen Botschaften in Berlin zu sehen.

Die Umweltherausforderungen und die Erkenntnis, dass die Nordgebiete für das Klima und die Klimaentwicklung von großer Bedeutung sind, hat Nansens wissenschaftliche Tätigkeit aufs Neue aktuell werden lassen. Er sah Zusammenhänge, suchte nach der Ganzheit und warf Fragen auf, die auch im Licht der heutigen Forschung relevant sind. In der Ausstellung werden vier norwegische Wissenschaftler präsentiert, die in ihrem jeweiligen Fachgebiet führend sind und sich von Nansens Aufzeichnungen und Beobachtungen inspirieren ließen: Jan Gunnar Winther (Polarhydrologe), Olav Sigurd Kjesbu (Fischereibiologe), Cecilie Mauritzen (Ozeanographin) und John Grue (Mathematiker).

Die Ausstellung gliedert sich in fünf „Stationen“, wo die Forscher und ihre Gebiete einzeln vorgestellt werden. Jede Station besteht aus einem Dreifuß mit Fotos und integriertem Bildschirm. Hier werden kurze Filme gezeigt, die sich zwischen Dokumentarfilm und Installation bewegen. Zu jeder der vier „Forscherstationen“ gehört auch ein speziell angefertigter Tisch. Dieser ist als Info-Stand konzipiert und vermittelt aktuelle Informationen über die Person, das Forschungsgebiet und die jeweilige Forschungseinrichtung, in der sie tätig ist.

Die fünfte Station widmet sich Fridtjof Nansen und seiner Arbeit. Gezeigt werden u. a. Originalgraphiken und Originalausgaben einiger seiner Bücher, sowie Nansens Schreibfeder, die man als das Wichtigste seiner „Instrumente“ bezeichnen kann. Damit schrieb Nansen die Manuskripte der Werke, die im In- und Ausland eine große Leserschar fanden. Die Ausstellung zeigt außerdem eine Auswahl einzigartiger Gegenstände, die Nansen u.a. auf der Fram-Expedition dabei hatte. Mehrere davon werden in dieser Wanderausstellung bislang zum ersten Mal außerhalb Norwegens vorgestellt.

Es erscheinen eine Broschüre und ein Katalog.

Die Ausstellung wurde von Dr. nat. Olav Christensen, UiO, kuratiert.

Bei der Ausstellungseröffnung am Donnerstag, dem 12.5. werden der norwegische Botschafter S.E. Sven Erik Svendman, die norwegische Ministerin für Forschung und Höhere Ausbildung, Tora Aasland sowie der Rektor der Universitet i Oslo, Ole Petter Ottersen, die Begrüßungsworte sprechen.

NORD! Fridtjof Nansens Erbe
13. Mai – 24. Juni 2011
Nordische Botschaften | Felleshus | Rauchstr. 1 | 10787 Berlin

Öffnungszeiten:
Mo-Fr 10-19 Uhr
Sa-So 11-16 Uhr
Eintritt frei

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