Dänische Schuldenparty: Billige Kredite laufen aus

Von Die Presse-Korrespondent Hannes Gamillscheg

Verlockend günstige Darlehen machten die Dänen zum am stärksten verschuldeten EU-Volk. Nun müssen die ersten Kredite abbezahlt werden. Experten warnen vor einer Pleitewelle.

Kopenhagen. – Es klingt verlockend: Mit Minimalzinsen und zehnjähriger Tilgungsfreiheit bieten die dänischen Hypothekenanstalten potenziellen Hauskäufern billiges Geld in Hülle und Fülle. Wer sich eine halbe Million Euro borgen will, braucht monatlich netto nur knapp 400 Euro zu zahlen. 80 Prozent des Immobilienwertes lassen sich mit den günstigen Krediten beleihen. Das klingt zu gut, um wahr zu sein – und das ist es auch: Das dicke Ende kommt, wenn es nach zehn Jahren an die Rückzahlung geht.

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Frage: Werden die Menschen denn nie klug? – Oder steckt da Planung und Absicht dahinter?

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Island hofft auf Überwindung der Krise

Ein Artikel von Albrecht Breitschuh, ARD-Hörfunkstudio Stockholm

Es galt als wirtschaftliches Wunderland. Umso härter traf 2008 die Finanzkrise Island und riss den kleinen skandinavischen Staat fast in den Abgrund. Heute ist Island aus dem Gröbsten heraus. Doch die „Kreppa“, die Krise, ist noch immer nicht ganz ausgestanden.

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Finnland ringt Griechenland Geld ab

Finnland wird im Gegenzug für Kredite an Griechenland Sicherheiten aus Athen erhalten. Diese Vereinbarung haben beide Länder geschlossen. Damit hat Finnland als einziges der am Rettungspaket beteiligten Euroländer so etwas ähnliches wie ein Pfand.

Von Hanno Mußler von der FAZ.NET

Finnland erhält von Griechenland Geld dafür, dass es sich am zweiten europäischen Rettungspaket für Griechenland beteiligt. Diese Vereinbarung haben beide Länder am Mittwoch geschlossen. Das von Griechenland hinterlegte Geld werde Finnland in risikoarme Anleihen investieren, sagte die finnische Finanzministerin Jutta Urpilainen am Mittwoch in Helsinki. Langfristig werde die Summe durch Zinszahlungen der risikoarmen Anleihen auf den Betrag anwachsen, mit dem Finnland für Griechenland über den europäischen Krisenfonds EFSF bürge. Falls Griechenland seinen Verpflichtungen nachkomme, erhalte das Land das Geld zurück.

Damit hat Finnland als einziges der 16 am zweiten, 109 Milliarden Euro großen griechischen Rettungspaket beteiligten Euroländer so etwas ähnliches wie ein Pfand in der Hand, falls Griechenland Kredite nicht zurückzahlen sollte. Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos sagte, das finnisch-griechische Abkommen solle es der Regierung und dem Parlament in Helsinki erleichtern, den neuen Hilfen des Euroraums für Griechenland zuzustimmen. Das Parlament soll im September darüber entscheiden.

In der → Quelle weiter lesen.

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Nach der Pleite: Island will kein Vorbild sein

Island hat sich überraschend schnell von seiner Staatspleite erholt. Nach einigen Jahren der Abstinenz kehrte der Inselstaat vergangene Woche wieder auf die Anleihemärkte zurück, der Finanzmarkt fasst neues Vertrauen. Offenbar hat das Prinzip „bankrupting yourself to recovery“ das Land wieder auf eine solide Basis gestellt.

Der isländische Finanzminister Steingrimur Sigfusson warnte aber die Krisenstaaten Griechenland, Portugal und Irland davor, sich ein Beispiel an seinem Land zu nehmen. „Zu versuchen, unserer Geschichte zu kopieren, ist unverantwortlich“, sagte er in einem Interview. Das Land könne sich auch nicht anmaßen, anderen Ländern Tipps zur Krisenbewältigung zu geben. Man habe in einer Notfallsituation gehandelt und keine andere Wahl gehabt.

Trotzdem ist das Handeln beispielhaft, wie es nur nordische Länder können. Denn in der Krise übernahm Reykjavík das Inlandsgeschäft von insolventen Banken, Gläubiger aus dem Ausland und ließ es zunächst auf Forderungen von rund 85 Milliarden Dollar sitzen. Dies führte zwar zeitweise zu Verärgerung und Auseinandersetzungen vor ausländischen Gerichten, doch dank der Abwertung der Krone sind isländische Produkte heute wieder gefragt.

Im Gegensatz zu Euro-Sorgenkindern wirtschaftete Island im Krisenjahr 2009 diszipliniert und verzichtete auf eine Lockerung seiner Ausgabenpolitik. Die Rosskur lohnte sich offenbar: In diesem Jahr wächst Islands Wirtschaft um 2, 2 Prozent, im kommenden Jahr voraussichtlich um 2,9 Prozent. Mittlerweile kauft das Land wieder Euro-Anleihen zurück.

Das größere Problem sind aber, wie überall auf der Welt, die Rating-Agenturen, wie in der Quelle nachzulesen ist.

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Skandinavien wird zur neuen Schweiz

Euro-Skeptiker suchen Sicherheit in schwedischen oder norwegischen Kronen – Die Wirtschaft floriert

Ein Artikel von Die Welt-Redakteur Daniel Eckert

Konkurrenz für den Schweizer Franken: Die skandinavischen Währungen haben sich in den letzten Jahren als außerordentlich stabil erwiesen. Die nordischen Börsen konnten in den vergangenen zwölf Monaten zwischen 15 und 25 Prozent zulegen.

Skandinavien, du hast es besser. Wäre Goethe kein Dichterfürst gewesen, sondern ein Investor, hätte er vermutlich nicht von Amerika geschwärmt, sondern von den Ländern im Norden unseres Kontinents. Skandinavien ist in etwa so, wie die Eurozone nach Vorstellung ihrer Gründer hätte werden sollen. Die Wirtschaft schwirrt und sirrt vor Wachstumskräften, die Verschuldung und die Arbeitslosigkeit sind niedrig. Hinzu kommt eine gesunde Demografie. Die Nordländer haben allen Grund, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken. Auch für hiesige Investoren, die den Wackel-Euro und sein Krisentheater leid sind, bietet der Norden Labsal.

Die Zahlen sind beeindruckend: Die schwedische Wirtschaft wird dieses Jahr um deutlich mehr als vier Prozent expandieren, die finnische um 3,7 Prozent. In Dänemark wird das Wachstum mit zwei bis 2,5 Prozent aller Voraussicht nach nicht ganz so stark ausfallen, allerdings zeigt eine Arbeitslosenquote von vier Prozent, dass die Auslastung von Industrie und Dienstleistungen hoch ist. Allenthalben gilt im Norden: Die Verschuldung ist gering. Mit Ausnahme des Euro-Landes Finnland ist es den Wikingern gelungen, die Schuldenquote unter 50 Prozent zu drücken. Trotz der blendenden wirtschaftlichen Rahmendaten ist der Norden für hiesige Anleger noch fast eine „Terra incognita“, ein unbekanntes Land. Dabei war in den vergangenen Jahren mit skandinavischen Aktien und Anleihen gutes Geld zu verdienen. Auf Sicht von zwölf Monaten haben Dividendenpapiere aus Norwegen, Schweden und Dänemark durchschnittlich zwischen 15 und 25 Prozent an Wert gewonnen. Damit haben sich die Nordländer deutlich von der Eurozone abgesetzt.

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