Skandinavien wird zur neuen Schweiz

Euro-Skeptiker suchen Sicherheit in schwedischen oder norwegischen Kronen – Die Wirtschaft floriert

Ein Artikel von Die Welt-Redakteur Daniel Eckert

Konkurrenz für den Schweizer Franken: Die skandinavischen Währungen haben sich in den letzten Jahren als außerordentlich stabil erwiesen. Die nordischen Börsen konnten in den vergangenen zwölf Monaten zwischen 15 und 25 Prozent zulegen.

Skandinavien, du hast es besser. Wäre Goethe kein Dichterfürst gewesen, sondern ein Investor, hätte er vermutlich nicht von Amerika geschwärmt, sondern von den Ländern im Norden unseres Kontinents. Skandinavien ist in etwa so, wie die Eurozone nach Vorstellung ihrer Gründer hätte werden sollen. Die Wirtschaft schwirrt und sirrt vor Wachstumskräften, die Verschuldung und die Arbeitslosigkeit sind niedrig. Hinzu kommt eine gesunde Demografie. Die Nordländer haben allen Grund, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken. Auch für hiesige Investoren, die den Wackel-Euro und sein Krisentheater leid sind, bietet der Norden Labsal.

Die Zahlen sind beeindruckend: Die schwedische Wirtschaft wird dieses Jahr um deutlich mehr als vier Prozent expandieren, die finnische um 3,7 Prozent. In Dänemark wird das Wachstum mit zwei bis 2,5 Prozent aller Voraussicht nach nicht ganz so stark ausfallen, allerdings zeigt eine Arbeitslosenquote von vier Prozent, dass die Auslastung von Industrie und Dienstleistungen hoch ist. Allenthalben gilt im Norden: Die Verschuldung ist gering. Mit Ausnahme des Euro-Landes Finnland ist es den Wikingern gelungen, die Schuldenquote unter 50 Prozent zu drücken. Trotz der blendenden wirtschaftlichen Rahmendaten ist der Norden für hiesige Anleger noch fast eine „Terra incognita“, ein unbekanntes Land. Dabei war in den vergangenen Jahren mit skandinavischen Aktien und Anleihen gutes Geld zu verdienen. Auf Sicht von zwölf Monaten haben Dividendenpapiere aus Norwegen, Schweden und Dänemark durchschnittlich zwischen 15 und 25 Prozent an Wert gewonnen. Damit haben sich die Nordländer deutlich von der Eurozone abgesetzt.

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